Samstag, 5. Mai 2012


Mosquita y Mari

Aurora Guerrero/USA 2011/85’

Es geht um zwei 15-jährige Latinas, die in Huntington Park, einem Stadtteil von L.A. aufwachsen. Yolanda („Mosquita“) spürt die Erwartungen ihrer Eltern, die für eine gesicherte Zukunft der Tochter alles andere unterordnen. Mari hilft ihrer alleinerziehenden Mutter mit Gelegenheitsjobs, irgendwie über die Runden zu kommen. Als sie mit ihrer Familie gegenüber Yolandas Elternhaus einzieht und in deren Klasse kommt, bietet diese ihr an, mit ihr zu lernen, um den verpassten Stoff nachzuholen. Es beginnt zwichen den beiden eine Beziehung, die bald mehr als nur Freundschaft ist. Während Yolanda feststellt, dass Lernen und gute Noten nicht alles sind im Leben, vernachlässigt Mari für die Freundin ihren Job, worauf die dadurch entstehenden Schwierigkeiten wiederum die Beziehung auf die Probe stellen. Schlussendlich müssen sie sich entscheiden, dem Druck der Umgebung nachzugeben oder sich selbst zu bleiben.

Mit Mosquita y Mari war Aurora Guerrero die erste „Chicana“-Filmemacherin (d.h. mexikanischer Abstammung), die als ehemaliges Mitglied des Sundance Institute und der Ford Foundation mit einem Spielfilmerstling am Sundance Film Festival teilnahm. 2005 hatte sie dort mit einem Kurzfilm (Pura Lengua) teilgenommen. Mit ihrem zweiten Kurzfilm (Viernes Girl) gewann sie, ebenfalls 2005, am HBO/New York International Latino Film Festival den Kurzfilmwettbewerb.

Mosquita y Mari ist ein künstlerisch ausgewogener, sorgfältig gestalteter Film. Das Tempo und der Rhythmus sind angenehm, die Charaktere der beiden Mädchen – die behütete, gewissenhafte Yoli und die eigenwillige, temperamentvolle Mari) werden nicht nur visuell, sondern auch mit geschickt platzierten Wiederholungen, Andeutungen und Symbolen herausgearbeitet. Nicht zuletzt ist die schauspielerische Leistung der vorwiegend Laienschauspieler und -schauspielerinnen hervorzuheben, vor allem der Hauptdarstellerinnen (Fenessa Pineda als Yolanda und Venecia Troncoso als Mari), die verschiedentlich allein mit einem Gesichtsausdruck eine ganze Geschichte zu erzählen vermögen.

Mosquita y Mari wird am Pink Apple Festival 2012 (Arthouse Movie, Zürich, Sa, 05.05., 18:45 Uhr und Mo, 07.05., 20.45 Uhr sowie Cinema Luna, Frauenfeld, 12.05. 20:00 Uhr) und an den Freiburger Lesbenfilmtagen (Kommunales Kino, Urachstr. 40, 79102 Freiburg i.Br., 18.05., 17:30 Uhr) gezeigt. Zudem kann der Film unter www.mosquitaymari.com als DVD bestellt werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen