Mosquita y Mari
Aurora Guerrero/USA 2011/85’
Es geht um zwei
15-jährige Latinas, die in Huntington Park, einem Stadtteil von L.A.
aufwachsen. Yolanda („Mosquita“) spürt die Erwartungen ihrer Eltern, die für
eine gesicherte Zukunft der Tochter alles andere unterordnen. Mari hilft ihrer
alleinerziehenden Mutter mit Gelegenheitsjobs, irgendwie über die Runden zu
kommen. Als sie mit ihrer Familie gegenüber Yolandas Elternhaus einzieht und in
deren Klasse kommt, bietet diese ihr an, mit ihr zu lernen, um den verpassten Stoff
nachzuholen. Es beginnt zwichen den beiden eine Beziehung, die bald mehr als
nur Freundschaft ist. Während Yolanda feststellt, dass Lernen und gute Noten
nicht alles sind im Leben, vernachlässigt Mari für die Freundin ihren Job,
worauf die dadurch entstehenden Schwierigkeiten wiederum die Beziehung auf die
Probe stellen. Schlussendlich müssen sie sich entscheiden, dem Druck der
Umgebung nachzugeben oder sich selbst zu bleiben.
Mit Mosquita y Mari war Aurora Guerrero die erste „Chicana“-Filmemacherin
(d.h. mexikanischer Abstammung), die als ehemaliges Mitglied des Sundance Institute und der Ford Foundation mit einem Spielfilmerstling
am Sundance Film Festival teilnahm.
2005 hatte sie dort mit einem Kurzfilm (Pura
Lengua) teilgenommen. Mit ihrem zweiten Kurzfilm (Viernes Girl) gewann sie, ebenfalls 2005, am HBO/New York International Latino Film Festival den
Kurzfilmwettbewerb.
Mosquita y Mari ist ein künstlerisch ausgewogener, sorgfältig gestalteter Film. Das
Tempo und der Rhythmus sind angenehm, die Charaktere der beiden Mädchen – die behütete,
gewissenhafte Yoli und die eigenwillige, temperamentvolle Mari) werden nicht
nur visuell, sondern auch mit geschickt platzierten Wiederholungen, Andeutungen
und Symbolen herausgearbeitet. Nicht zuletzt ist die schauspielerische
Leistung der vorwiegend Laienschauspieler und -schauspielerinnen hervorzuheben, vor allem der Hauptdarstellerinnen (Fenessa Pineda als Yolanda und
Venecia Troncoso als Mari), die verschiedentlich allein mit einem
Gesichtsausdruck eine ganze Geschichte zu erzählen vermögen.
Mosquita y Mari wird am Pink Apple Festival 2012 (Arthouse Movie, Zürich, Sa, 05.05.,
18:45 Uhr und Mo, 07.05., 20.45 Uhr sowie Cinema Luna, Frauenfeld, 12.05. 20:00
Uhr) und an den Freiburger Lesbenfilmtagen (Kommunales Kino, Urachstr. 40,
79102 Freiburg i.Br., 18.05., 17:30 Uhr) gezeigt.
Zudem kann der Film unter www.mosquitaymari.com
als DVD bestellt werden.
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